Manchmal geht es schneller als man denkt.

In meinem Beitrag zu den gebratenen Maultaschen mit Ei hab‘ ich noch erwähnt, dass selbstgemachte Maultaschen ganz weit oben auf meiner „Möchteichauchmalmachenliste“ stehen und was soll ich sagen, eine Woche später stand ich in der Küche und habe es endlich getan – selbstgemachte Maultaschen! mit Bärlauch! eine frühlingshafte Variante!

Den letzten Anstoss hierzu gab mir Herr B., der nach dem Lesen des letzten Beitrags meinte „Aha, ich wusste gar nicht, dass Du mal Maultaschen machen möchtest“ … tja, auch ich bin eine Frau mit kleinen Geheimnissen, auch nach ein paar Jährchen Beziehung 😉

Ich hab‘ ihm dann erzählt, dass das schon seit längerer Zeit mein Plan ist, ich aber keine Lust hätte, den Nudelteig auch selbst herzustellen. Herr B. meinte dann „Ha, denn kann man doch sicherlich kaufen, oder?“ und siehe da, nach kurzem Check im Internet hatte ich auch schon einen fertigen Nudel/-Maultaschenteig (Bürger) gefunden! Gut, dass wir darüber gesprochen haben 🤗.

Ich hatte bereits mehrere Rezepte im Netz angeschaut und verglichen und mir war klar, dass ich unbedingt Kalbsbrät verwenden wollte, denn dies gibt den typischen Maultaschengeschmack. Das Kalbsbrät haben wir bei unserem Landmetzger bekommen – fragt einfach bei Eurem Metzger nach, je nachdem muss man das vorbestellen. In die klassische Maultasche kommt übrigens anstatt Bärlauch Petersilie rein.

Noch ein paar Anmerkungen vorweg!

1. der Aufwand lohnt sich wirklich und mit dem fertigen Nudelteig ist alles halb so schlimm 😉 und lasst Euch von der nachfolgenden Anleitung nicht abschrecken, ich wollte es genau erklären und deshalb ist das Rezept ein bissle länger geraten 🤗

2. zukünftig werden wir wohl keine Maultaschen mehr kaufen, dafür sind die selbstgemachten viel zu lecker geworden. … sie lassen sich auch prima einfrieren und auf die Schnelle gibt es dann mal wieder die gebratenen Maultaschen mit Ei.

3. bei uns gab es dieses Mal „Gschmälzte Maultaschen“ mit einer Zwiebelschmelze und Kartoffelsalat, den Herr B. dazu gemacht hat – hmmmm, ich lob‘ uns ja ungern selbst – so in der Öffentlichkeit – aber dieses Essen war echt g… ! und ich stolz wie Bolle auf meine Maultäschle 😉

Sodele, fertig gschwätzt – jetzt geht‘s zu meinem Projekt „Maultasche“

Nach der Devise „Idde schwätze – mache“ 😉

[ Zutaten für ca. 24 Maultaschen ]

500 g Nudelteig | Maultaschenteig (von Bürger aus dem Kühlregal)

2 altbackene helle Brötle
60 g Bärlauch
350 g rote Zwiebeln
1 guten El Butter
300 g Hackfleisch, gemischt
200 g Kalbsbrät (vom Metzger – evtl. vorbestellen)
3 Eier (Kl. M)
2-3 El Semmelbrösel

Zum Abschmecken:
Salz | Muskat | frisch gemahlener Pfeffer | Prise Zucker

[ Zubereitung ]

Brötchen in eine Schüssel geben und in kaltem Wasser einweichen.
Zwiebeln abziehen und fein würfeln.
Bärlauch waschen, trocken schleudern, ggf. Stiele abschneiden und dann klein hacken.

Die Butter in einer grossen, tiefen Pfanne bei mittlerer Hitze zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Den gehackten Bärlauch dazugeben, alles gut mischen und etwa vier Minuten dünsten. Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Zwiebel-Bärlauch-Mischung abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die eingeweichten Brötle gut mit den Händen ausdrücken, so dass möglichst viel Flüssigkeit rausgedrückt wird.

Die ausgedrückten Brötle, das Hackfleisch, das Kalbsbrät, die Eier und die abgekühlte Zwiebel-Bärlauch-Mischung in eine grosse Schüssel geben und erst einmal mit einem Löffel gut durchmischen. Dann mit den Händen zu einer geschmeidigen Masse verarbeiten, nach und nach die Semmelbrösel unterarbeiten und mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer sowie Muskat kräftig würzen und abschmecken.

Bis zur Weiterverarbeitung wird die Masse in den Kühlschrank gestellt.

Mein fertiger Nudel-/Maultaschenteig aus dem Kühlregal ist in Papier eingerollt gewesen und war ausgerollt 28 cm breit und 160 cm lang!

Um dieser Teigbahn HerrFrau zu werden 😉 hab ich den Teig ganz ausgerollt, dann zusammengeklappt und mit einem scharfen Messer in der Mitte geteilt, so dass ich zwei Teigbahnen mit je 80 cm Länge hatte. Die eine Hälfte habe ich zusammengerollt zurück in den Kühlschrank gelegt und die andere Hälfte mit dem Papier auf eine grosse lange Arbeitsfläche gelegt.

Mein Tipp: Vor dem Weiterverarbeiten den Teig vom Papier „abziehen“ und wieder darauf gelegt, so lässt er sich später problemlos umklappen und aufrollen.

Solltet ihr den Teig selbst herstellen, so muss dieser ganz dünn ausgerollt werden wie bspw. für eine Lasagne, nach dem Ausrollen dann auf ein Küchentuch legen, damit ihr in später mithilfe des Küchentuchs von der langen Seite her aufrollen könnt.

Nun wird die Teigplatte mit der Hälfte der Füllung bestrichen (etwa 3 cm breiten Rand lassen) und mithilfe des Papiers der Länge nach von unten nach oben eingeklappt, so das man eine grosse lange Maultaschenrolle vor sich liegen hat. Den „obere“ Rand – vor dem Schliessen der Rolle – mit etwas Wasser bestreichen – zusammenklappen – leicht andrücken. Keine Angst, das hält.

Die Maultaschenrolle wird nun mit einem grossen scharfen Messer in etwa 12 rautenförmige Stücke geschnitten, schön schneiden nicht drücken, gell 😉 Die Masse soll ja im Teig bleiben …

Mit der anderen Teigplatte und restlichen Füllung ebenso verfahren.

Einen grossen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Maultaschen vorsichtig hinein geben, Hitze reduzieren und die Maultaschen etwa 10 Minuten im leicht köchelnden Wasser gar ziehen lassen. Am besten Mal eine rausnehmen und durchschneiden, dann sieht man ob sie noch ein bissle brauchen oder fertig sind.

Wir haben sie nun als „„Gschmälzte“ gegessen und Herr B. hat die Zwiebelschmelze wie folgt zubereitet:

Rote Zwiebeln abziehen und in kleine Würfel schneiden, aber nicht zu fein.
Viel Butterschmalzin einer Pfanne zerlassen und die Zwiebelwürfel darin andünsten bzw. kochen lassen … je länger sie im Butterschmalz „kochen“ desto besser schmecken sie.

Wir haben die Maultaschen vor dem Servieren noch kurz angebraten, damit sie schön heiss sind.

Die Maultaschen kann man wie schon erwähnt gut einfrieren, sie sollten aber vollständig ausgekühlt sein.

Na, hab ich Euch neugierig gemacht? Viel Spass beim Ausprobieren & Schlemmen!

Alle Rezepte können wie immer – mit und ohne Bilder – ausgedruckt werden. Einfach unten den Print&PDF Button drücken!