Irgendwie hatte ich vor ein paar Tagen total Lust auf einen Hefezopf mit Cranberries – Zutaten für das Zopfgrundrezept waren alle im Haus, doch verlief meine Suche nach den Cranberries im Vorratsschrank erfolglos.

Mist. Kennt Ihr das? Man ist total überzeugt davon, dass man das ein oder andere noch zu Hause hat und trotz intensiver Suche ist es nicht so! Echt ärgerlich! Aber hilft ja nichts, sich wegen so etwas so richtig aufzuregen – da gibt es Schlimmeres auf der Welt 😉.

… denn so eine erfolglose Suche in den Vorräten kann auch seine Vorteile haben – man findet beispielsweise die Packung Marzipan, die man schon längst vergessen hatte (… für was hab‘ ich die eigentlich gekauft?) oder eine angefangene Packung Mandelblättchen ( … naja, viel ist das ja nicht mehr … ) und ganz hinten im Schrank versteckt sich noch eine Tüte Backpflaumen (… zum Glück haben Trockenfrüchte eine lange Haltbarkeit) 😉

… und schon hatte ich die Idee, dass ich dieses Mal den Zopf fülle … mit Backpflaumen, Marzipan, Mandeln, einem Schuss Rum, Sahne und etwas Zimt … hmmm, das konnte ich mir sehr gut vorstellen … und wie man sieht, war das nicht die schlechteste Idee.

[ ZUTATEN ]

TEIG
220 g Mehl Typ 550
350 g Mehl Typ 405
225 ml Milch
11 g Trockenhefe oder 30 g frische Hefe
6 El Vanillezucker, selbstgemacht
75 g Butter, weich
1 1/2* Eier (Kl. M), zimmerwarm
1/2 Tl Zitronenabrieb

FÜLLUNG
200 g Backpflaumen, klein geschnitten
50 g Marzipan, gerieben
1 El brauner Rum
150 ml Sahne
30 g Mandelblättchen
Zimt

Ausserdem:
Mehl zum Ausrollen,
1/2* Ei & 1 El Sahne zum Bestreichen
Hagelzucker zum Bestreuen


*
Insgesamt werden 2 Eier benötigt. Ein Ei mit einer Gabel verquirlen – die eine Hälfte wird für den Teig benötigt und die andere später zum Bestreichen des Zopfs.

 

[ Zubereitung ]

Die Milch lauwarm erhitzen (ca. 30-35 C – nicht wärmer) und mit dem Vanillezucker und der Hefe verrühren bis sich alles aufgelöst hat.

In der Schüssel der Küchenmaschine das Mehl mit dem Salz mischen, 1 1/2*Eier und die Hefemischung dazugeben und das Ganze mit dem Knethaken verkneten bis sich alles verbunden hat – nicht zu Ende kneten – sondern dann die weiche Butter dazugeben und weitere 8-10 Minuten kneten lassen – die Butter sollte am Ende komplett untergearbeitet sein.

Ist der Teig zu klebrig, kann man noch etwas mehr Mehl dazugeben.

Die Schüssel wird nun mit einem sauberen, angefeuchteten Küchentuch abgedeckt und kommt für ca. 60 Minuten in den Backofen – nur mit Licht an! – das Volumen des Teiges sollte sich in dieser Zeit verdoppeln.

In der Zwischenzeit kann die Füllung vorbereitet werden. Hierfür werden alle genannten und vorbereiteten Zutaten in eine Schüssel gegeben und mit einem Schneebesen gut vermengt.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Nach der Teigruhe wird der Teig kurz durchgeknetet und in drei gleich schwere Stücke geteilt (à ca. 330 g). Die Stücke nun jeweils auf ca. 50 cm Länge und 12-15 cm Breite ausrollen und die Füllung darauf gleichmässig in der Mitte verteilen. Die unteren Enden jeweils einklappen, die Längsseiten übereinander schlagen und den Teig etwas andrücken. Mit der Faltseite nach unten nebeneinander auf das vorbereitete Backblech legen und zu einem Zopf flechten.

Den geflochtenen Zopf nochmals mit dem angefeuchteten Küchentuch abdecken und für ca. 20 Minuten ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Das verklepperte halbe Ei mit einem El Sahne verrühren und den aufgegangenen Zopf damit bestreichen. Hagelzucker darüber streuen.

Nun habe ich den Zopf ca. 30 Minuten bei 180 C gebacken. Dann den Backofen ausgeschalten und noch 10-15 Minuten im Backofen gelassen (evtl. die Backofentüre einen Spalt öffnen). Wie immer gilt auch hier – jeder Backofen backt etwas anders – es ist also immer gut, das Ganze im Auge zu behalten.

Vom Backblech nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Hach, ich hab mich gefreut wie Bolle, dass er wieder so schön aufgegangen ist und konnte es fast nicht abwarten ihn anzuschneiden!

… aber dann war es endlich soweit – er war noch leicht warm und wir haben einen Teil davon mit unseren Nachbarn schnabuliert – hmmm lecker! da waren wir uns alle einig!

Wenn ich ihn nächstes Mal wieder backe, mache ich eventuell etwas mehr von der Füllung – denn in den Enden war nicht sehr viel davon drin – aber der Zopf schmeckt ja auch „ohne“ sehr gut!

Durch die Füllung war der Zopf auch am nächsten und übernächsten Tag noch schön saftig.

Vielleicht ist das ja auch einmal eine Idee für Dich?