Heute ist Mittwoch und die erste Hälfte der Fastenwoche ist geschafft! Mittwoch heisst hier im Fastenhaus alle Teilnehmer haben einen „freien Tag“ und können diesen nach Lust, Energie und Laune gestalten. Einige nutzen ihn um Westerland zu erkunden und zu shoppen, andere ziehen sich zurück und lesen einfach ein gutes Buch in einem der Strandkörbe im Garten oder lassen sich bei einer Wellnessbehandlung verwöhnen … und … und …


Mir geht es sehr gut und ich verabrede mich mit zwei Teilnehmerinnen für den Nachmittag – wir wollen nach Wenningstedt radeln um dort einen kleinen Flohmarkt zu besuchen …

Vormittags steht für mich Westerland auf dem Programm – soweit der Plan – bis ich ich mir mein Leihfahrrad schnappe und losfahre … „MENSCH! ich will doch auch mal die Sansibar anschauen um mitschwätzen zu können“ schiesst es mir plötzlich durch den Kopf! … und mein Fahrrad biegt wie ferngesteuert Richtung Rantum ab … Westerland lasse ich im wahrsten Sinne des Wortes hinter mir „Läuft mir ja nicht weg“ denke ich – aber ob ich noch Zeit und Energie für die Sansibar finde? …

… Rantum Süd „Tadjem Deel“ – Sansibar … und zurück …

Der Fahrradweg verläuft grösstenteils direkt neben der Hauptstrasse entlang und ich erreiche nach ca. 9 km Rantum – mit ein bissle Gegenwind zieht sich der Weg ganz schön … von Weitem sehe ich dann grosse wehende Fahnen am Strassenrand, langsam zieht gutes Wetter auf und ich entscheide mich spontan das letzte Stück am Strand entlang zu laufen.

Ich stelle mein Fahrrad beim Restaurant „Tadjem Deel“ ab und beim Blick über die Dünen könnte ich die Welt umarmen und laufe glücklich an den Strand hinunter.

Ich bin wirklich gerne in der Gruppe unterwegs – geniesse aber auch mal das allein sein …

die Seele baumeln lassen – Halt zu machen wann mir danach ist – Muscheln zu sammeln – dem Meer zu lauschen – Fotos zu knipsen hach soooo schön.

Am Strand lässt es sich bestens laufen, da die Flut erst kommt …

… dann sehe ich die wehenden Fahnen wieder vom Strand aus und bei genauerem Hinsehen muss ich dann aber feststellen, dass ich noch gar nicht bei der Sansibar bin sondern erst bei der Samoa Bar! … „Och nööööö„!!! denke ich. Die schwarzen Fahnen der Sansibar wehen ein ganzes Stück weiter vorn und ich bin im ersten Moment dann doch etwas enttäuscht, dass ich noch nicht an meinem Ziel bin. Der Weg zur Sansibar ist etwa nochmals so lang wie die Strecke, die ich bereits gelaufen bin. Egal! Ich möchte zur Sansibar. Punkt.

Dort dann endlich angekommen genehmige ich mir einen Rhabarberschorle und unterhalte mich mit einer netten Dame, die mit mir an einem der langen Tische draussen sitzt.

Als sich dann ein Ehepaar aus Bayern zu uns setzt und Kaiserschmarrn und andere Leckereien bestellt, wird es Zeit für mich zu gehen 😉 nicht das ich noch „schwach“ werde und mich durch die Speisekarte futtere … Ich telefoniere noch schnell mit Slavica und sage ihr für den Flohmarkt am Nachmittag ab … ich werde es nicht so schnell zurück schaffen. Als ich aufstehe und gehe merke ich, dass ich ein bissle enttäuscht bin – ich habe mir das Ganze hier etwas kleiner, gemütlicher, mit direktem Blick auf den Strand vorgestellt … naja, nun kann ich auf jeden Fall  „mitschwätzen“ 😉

Der Rückweg gestaltet sich etwas anstrengender – die Flut ist nun da und das heisst, dass ich durch den tieferen Sand stapfen muss – aber es ist trotzdem herrlich, da die Sonne sich zeigt und die Farben umwerfend sind.

… am Strand war jemand kreativ und hat die Insel aus Muscheln und Strandgut „gelegt“ …

 

.. ich schaue noch kurz bei der Samoa Bar vorbei und bereue schon fast ein bissle, dass ich nicht dort mein Päuschen gemacht habe – es geht hier viel relaxter und entspannter zu …

… und man hat vom ein oder anderen Platz auch einen Blick aufs Meer …

… Naja, ich werde ja auf jeden Fall wiederkommen und dann sicherlich hier einkehren …

Der Rückweg führt mich an … an Strandkörben vorbei …

… ein Selfie muss dann auch noch sein … und die müden Füsse finden ihre Abkühlung …

… ein letzter zufriedener Blick zurück …

… und dann geht es wieder mit dem Fahrrad Richtung Westerland …

Alles in allem bin ich heute etwa 18 km geradelt und ca. 6 km am Strand entlang gewandert und war mit Pausen ca. 5 Stunden unterwegs.

Schlafprobleme hab ich diese Nacht keine – platt und zufrieden falle ich am Abend ins Bett.

 

… die beiden letzten Wanderungen der Fastenwoche folgen in den nächsten Tagen …

Falls aber jemand am Ablauf eines Fastentages interessiert ist kann er gerne weiterlesen – allen anderen sag ich „Tschüss bis zum nächsten Mal“ !

Typischer Tagesablauf kurz zusammengefasst:

Treff um 8.00 Uhr im Gemeinschaftsraum zum Morgentee.
Morgengymnastik im Garten – 2x ums Haus joggen und „Hallo wach“-Übungen.
Danach wird der morgendliche Saft bei schöner Musik und in Stille zu sich genommen.
Dann gibt es eine kurze Fragerunde zur Befindlichkeit der Teilnehmer und eine Erklärung mit Hintergrundinformationen wo uns die Wanderung hinführen wird.
Abmarsch zur Wanderung meistens um ca. 09.30 Uhr.
Dauer der Wanderungen ca. 3 Stunden mit kurzen Trinkpausen.
Während der Wanderungen gibt es jeweils 30-45 Minuten Zeiten der Stille und jeder läuft nach seinem Tempo …
Den Mittagssaft gibt es dann in einem Restaurant/Cafe.
Rückkehr zum Fastenhaus zwischen 13.30 und 14.00 Uhr.
Hier gibt es dann noch Zitronen/Grapefruit/Orangenschnitze zum aussuggeln – nicht essen! damit man mal wieder einen anderen Geschmack im Mund hat .
Der Nachmittag ist „frei“ und nach den Wanderungen sind die meisten erst einmal etwas kaputt und freuen sich auf einen Mittagsschlaf mit Leberwickel.

Abends gibt es um 18.00 „Abendessen“ mit GemüseBRÜHE … zum Glück gibt es noch frische Kräuter und etwas Würzpulver wie Ingwer, Chilli, Kurkuma, Koriander … ansonsten würde sie nach nicht viel schmecken …
Wer möchte kann danach noch am Meditationsangebot, Yoga etc. teilnehmen.

… und irgendwann heisst es dann „Gute Nacht“ …