Schupfnudeln mit Sauerkraut und Speck – ein klassisches Gericht der süddeutschen Küche, dass mich seit meiner Kindheit begleitet und hier in der Bodenseeregion von keinem Weinfest und Weihnachtsmarkt wegzudenken ist – auf den Festen werden eigentlich immer Krautschupfnudeln aus der großen Pfanne angeboten.

Ihren Namen haben die Schupfnudeln von der typischen Bewegung, mit der man sie formt – die Teigstücke werden mit der flachen Hand gerollt und dann vom Backbrett „weggestoßen“ = Mundart „geschupft“.

Hier habe ich auch noch einen interessanten Artikel zur Schupfnudel und ihrer Entstehung gefunden.

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Bei meiner Recherche nach einem Rezept zu Zubereitung der Schupfnudeln bin ich auf unheimlich viele unterschiedliche Mengenverhältnisse bei den Kartoffeln, Mehl und Eiern gestoßen und habe nun meine eigenes Mischungsverhältnis gefunden.

[ Zutaten für ca. 750 g Schupfnudeln ] ca. 4 Portionen (Beilage)

ca. 550 g mehlig kochende Kartoffeln – gekocht und ausgekühlt
1 Ei (Kl M.)
ca. 200 g Mehl
Salz zum Abschmecken
Prise Muskat

Vorbereitung:
Kartoffeln in kochendem Salzwasser in ca. 20 Minuten weich kochen – abschrecken – schälen. Vollständig! auskühlen lassen … das dauert ein paar Stunden … Am besten sind wohl Kartoffeln vom Vortag.

[ Zubereitung ]
Die geschälten, ausgekühlten Kartoffeln durch eine Spätzlepresse/Kartoffelpresse in eine große Schüssel drücken. Das Ei, Salz, eine Prise Muskat dazugeben und nach und nach das Mehl unterkneten bis ein kompakter Teig entsteht, der nicht mehr klebt und formbar ist. Am besten ist es,  erst einmal alles mit den Knethaken des Handrührgeräts zu mischen und später dann mit der Hand weiterzukneten. Insgesamt habe ich ca. 200 g Mehl benötigt bis der Teig die (gefühlte) richtige Konsistenz hatte.

Nun geht es an das Formen der Schupfnudeln – hierzu wollte ich eigentlich wie hier beschrieben vorgehen – aber auf die Dauer ging mir das zu langsam und so toll wie auf den Bildern sahen sie natürlich auch nicht aus 😉

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Ich habe dann den Teig ebenfalls in Rollen geformt, ca. 1-2 cm lange Stücke abgeschnitten und zwischen den Händen gerollt und dann sahen sie so aus … Sind doch ganz passabel, oder?

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In einem großen Topf Salzwasser aufkochen lassen, dann die Temperatur herunterdrehen – die Schupfnudeln portionsweise hineingeben und im siedenden Wasser so lange garen, bis sie an die Oberfläche aufsteigen (bei mir ging das 3-4 Minuten) – mit einer Schaumkelle entnehmen – kurz abschrecken – und auf einem sauberen Küchentuch abtropfen lassen.

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In einer Pfanne etwas Butterschmalz oder „richtigen“ Schmalz erhitzen und die Schupfnudeln darin unter Wenden anbraten.

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Wir essen am liebsten Sauerkraut und Nürnbergerle dazu 😀

imagePi mal Daumen benötigt man für das

Sauerkraut (400 g Packung)
… ca. 100 g gerauchten Speck
… ca. 2 mittelgroße Zwiebeln
… 2-3 geschälte Äpfel
… halber Liter Weißwein
… 4 Loorbeerblätter, 6 Wacholderbeeren, kl TL Pfefferkörner
… Salz, Zucker & Butterschmalz.

Speck, Zwiebeln und Äpfel in Würfel schneiden – Speck und etwas Butterschmalz in einen Topf geben und beides zusammen langsam erhitzen, so dass der Speck langsam das Fett auslässt – er sollte nicht zu kross werden. Kurz bevor der Speck „fertig“ ist, kommen die Zwiebeln dazu und werden glasig angebraten – dürfen aber nicht braun werden. Nun kommt das Sauerkraut, kleingeschnittene Äpfel, Wacholderbeeren, Loorbeerblätter, Pfefferkörner (im Säckchen) und der Weißwein dazu – alles gut umrühren, aufkochen und dann auf kleiner Hitze mindestens eine halbe Stunde weiter köcheln lassen. Öfters umrühren. Sollte zuviel Flüssigkeit verdampfen, kann etwas Weißwein oder Wasser nachgegossen werden. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer & Zucker.

Zubereitung der Nürnberger(le)vom Metzger Eures Vertrauens …
Getrockneten Majoran und etwas Sahne in einem tiefen Teller verquirlen – die Würstchen darin wenden und dann in einer nicht zu heißen Pfanne mit etwas Butterschmalz langsam, goldbraun anbraten.

…. Hmmmm, einfach i m m e r wieder leckerschmecker!

image… aber es gibt auch noch andere Leckereien dazu … wie beispielsweise hier … Putengeschnetzeltes mit Champignons und Rosenkohl mit Speck 😀

 

Kleiner Nachtrag:

Mit diesem Rezept konnte ich bereits Tobi und Caro vom Blog foodwerk.ch zu ihren Kräuter Schupfnudeln mit Käse inspirieren 😀